Sommer, Sonne, Ferien

Die Haut im Sommer – Risikofaktor UV-Strahlung

Durch Sonneneinstrahlung verursachte Krankheiten machen einen hohen Anteil der Hauterkrankungen aus. Die Zahl der Hautkrebsfälle in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren auf 264.000 Hautkrebsneuerkrankungen im Jahr verdoppelt. Dies wird unter anderem auf veränderte Freizeitgewohnheiten zurückgeführt.

Sonne hinterlässt nicht nur Urlaubsbräune: UV-Strahlung ist die wichtigste umweltbedingte Ursache bei der Entstehung von Hautkrebs (Basalzellenkrebs, Plattenepithelkarzinom, malignes Melanom). Besonders gefährdet sind Menschen mit heller Haut. Etwa 60 % der Melanome entwickeln sich aus Leberflecken, die oft jahrelang unauffällig waren. Empfohlen werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, denn bei frühzeitig erkannten Hautveränderungen bestehen gute Heilungschancen.

Es wird zwischen sofort auftretenden und später auftretenden Hautveränderungen unterschieden. Der Sonnenbrand, oft verbunden mit Hautrötung, Blasenbildung und Verbrennungsschmerz, ist die wichtigste akute Folge übermäßiger Sonneneinstrahlung. Hautalterung, Faltenbildung, Pigmentstörungen und im Extremfall Hautkrebs können als Langzeitfolgen auftreten. Einige Medikamente erhöhen die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenstrahlung.

Der Eigenschutz der Haut schwankt individuell stark und hängt vom Hauttyp und der durch Sonnenexposition erworbenen Verstärkung ab. Eher unempfindlich sind dunkelhäutige, oft auch dunkelhaarige Menschen. Die UV-Empfindlichkeit der am Ende des Sommers an Sonne gewöhnten Haut ist meist deutlich niedriger als die der sonnenentwöhnten Haut im Frühling.

Der Sonnengenuss erfordert gerade jetzt besondere Achtsamkeit. Ein Verzicht auf den Urlaub am Meer, in den Bergen oder auf die Arbeit im Freien ist jedoch nicht angezeigt. Mit einigen einfachen Präventionsmaßnahmen beugen Sie gesund vor:

  • Mittagssonne meiden

Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung zwischen 11 und 15 Uhr.

  • Halten Sie sich möglichst im Schatten auf

Vor allem in der Mittagszeit, wenn die Sonne am höchsten steht. Schatten reduziert die UV-Belastung um bis zu 50 %. Doch auch unter Bäumen, Sonnenschirmen und Markisen sind Sie, bedingt durch Reflektion und Umgebungsstrahlung, einer, wenn auch verminderten, UV-Strahlung ausgesetzt.

  • Tragen Sie schützende Kleidung und eine Sonnenbrille

Eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe schützt auch Augen, Ohren, Nacken und Gesicht. Die Sonnenbrille mit 100 % UV-A- und UV-B-Schutz reduziert die Gefahr von Augenschäden. Lockere, langärmelige und dichtgewebte Kleidung erhöht den Schutz. Im Handel gibt es auch spezielle UV-Schutz-Kleidung, die aus atmungsaktiven, schnell trocknenden Materialien hergestellt ist.

  • Nutzen Sie Sonnenschutzmittel (SPF > 15)

Tragen Sie vor dem Sonnenbad reichlich wasserfeste Sonnencreme auf. Kinder und Menschen mit heller Haut sollten Produkte mit LSF (international: SPF- sun protection factor) größer 30 verwenden. Nachcremen, vor allem nach dem Baden verlängert nicht die Schutzwirkung, es erhält sie.

  • Körperpflege nach dem Sonnenbad

Nach dem Sonnenbaden und Duschen wirken Gele zwar angenehm kühlend, eine Après-Pflege als Creme, Emulsion oder Lotion gleicht den transepidermalen Wasserverlust jedoch besser aus. Zusätze von entzündungshemmendem Aloe vera oder Vitamin E können vorteilhaft sein, nicht enthalten sein sollten PEG-Emulgatoren, Konservierungsmittel und allergieauslösende Duftstoffe.

  • Beobachten Sie regelmäßig Ihre Haut

Kontrollieren Sie Ihre Haut auf Pigmentveränderungen auch an versteckten Körperstellen wie Achseln, Fußsohlen und am Gesäß.

  • Lassen Sie Veränderungen sofort durch einen Dermatologen überprüfen und analysieren

Auffällige Veränderungen der Haut lassen sich in der Regel gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Seit 1. Juli 2008 haben in Deutschland alle gesetzlich krankenversicherten Personen ab dem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung.

Als Ergänzende Untersuchung zum Hautkrebssceening setzen wir in der Haut- und Laserklinik Dr. Kautz die computergestützte Auflichtmikroskopie ein. Mittels dieser, auch Dermatoskopie genannten, Diagnosetechnik sind selbst kleinste Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Dabei wird eine speziell beleuchtete Lupe verwendet, die einen präzisen Blick auf die einzelnen Hautstellen erlaubt, ein digitales Foto der betroffenen Hautstelle wird gespeichert. Nach einem halben bzw. einem Jahr wird ein Kontrollfoto von demselben Hautareal zum Vergleich angefertigt. Als Langzeitmethode für lückenlose Kontrolle und Bewertung des Hautbildes hat sich die Dermatoskopie bewährt.

Ein Patient, der sich bereits in jungen Jahren und danach ein Leben lang konsequent schützt und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung geht, übernimmt damit eine Zukunftsvorsorge, die sich bis ins hohe Alter auszahlt.